Kostenlos testen Login
Home » Blog » Weltweite Verbreitung von E-Mail-Clients

Weltweite Verbreitung von E-Mail-Clients

21. Dezember 2016

Verbreitung E-Mail-Clients

Diese Marktanteile haben die wichtigsten E-Mail-Clients

Heute gibt es unzählige E-Mail-Softwares und Online-Dienste für die Nutzung von E-Mail. Was den allgemeinen Verbreitungsgrad einzelner E-Mail-Clients betrifft, so lassen sich nur schwer aussagekräftige Zahlen finden. Eine fundierte Übersicht bietet das amerikanische Marktforschungsunternehmen Litmus, das jeden Monat Millionen von E-Mail-Öffnungen weltweit auswertet. Hier kann man auch sehr gut die Veränderungen im Zeitverlauf verfolgen.

Die zehn aktuell am häufigsten genutzten E-Mail-Softwares im Newsletter-Marketing sind laut einer Litmus-Studie (Stand: November 2016): Apple iPhone (34%), Gmail (18%), Apple iPad (12%), Google Android (8%), Apple Mail (7%), Outlook (6%), Outlook.com (5%), Yahoo! Mail (2%), Windows Mail (1%), Windows Live Mail (1%) [1]

Alles iPhone?

Unmittelbar deutlich wird, dass die mobile E-Mail-Nutzung weltweit enorm zugenommen hat: 56% aller von Litmus im November 2016 gemessenen Öffnungen entfielen allein auf iOS-Anwendungen und Googles mobiles Betriebssystem Android. Die mobilen E-Mail-Clients haben damit die anderen Arten der E-Mail-Nutzung (Desktop-E-Mail-Programme und Webmail-Dienste) endgültig überholt.

Im Klartext: E-Mails werden inzwischen am häufigsten mithilfe von Mobile-Clients über Smartphones und Tablets abgerufen. Mit zurzeit 34% Gesamtanteil führt Apples iPhone die Liste der verbreitetsten E-Mail-Clients an und kann im Vergleich mit Google Android (6%) ein Vielfaches an Newsletter-Öffnungen verzeichnen.

Allerdings muss die scheinbar konkurrenzlose Dominanz des iPhones etwas relativiert werden, wenn man die Öffnungsraten der E-Mail-Programme mit der tatsächlichen Verbreitung der mobilen Betriebssysteme vergleicht. Betrachtet man die weltweite Verbreitung, liegt Android deutlich vorne. Lag der Marktanteil von Android-Smartphones 2012 noch bei 39%, ist er im dritten Quartal 2016 auf über 86% gestiegen. [2] Es überrascht also, dass der Anteil von Apple-Produkten an den E-Mail-Öffnungen so hoch ist.

Die Suggestion der Statistik

Wie man daran leicht sieht, spiegeln die gemessenen Newsletter-Öffnungsraten nur bedingt die tatsächliche Verbreitung der Clients wider. Der Grund für die Abweichung liegt hauptsächlich in der standardmäßigen Bildunterdrückung vieler Programme. Da das statistische Erfassen von E-Mail-Clients über das Abrufen eines sogenannten Zählpixels erfolgt, können die Programme nur dann getrackt werden, wenn sie das Herunterladen von Grafiken und Bildern zulassen. Litmus räumt ein, dass die Statistiken dadurch zuungunsten jener Clients verzerrt werden, welche Grafiken und Bilder standardmäßig blockieren.

iPhone und iPad sind die einzigen mobilen Clients, welche Bilder immer sofort laden; alle anderen (Android, Windows Mobile, Blackberry OS) unterdrücken das Laden von Bildern standardmäßig und werden deshalb seltener erfasst.

Auch die Feststellung in der Auswertung von Litmus, Outlook 2000/03 sei noch immer einer der verbreitetsten Desktop-Clients, ist deshalb mit Vorsicht zu genießen. Denn im Gegensatz zu Outlook 2007/10/13 haben die früheren Programmversionen noch keine standardmäßige Bildunterdrückung, sodass E-Mail-Öffnungen problemlos getrackt werden können. Auch wenn die Statistik anderes suggeriert, dürfte die ‚Dunkelziffer‘ des Marktanteils bei den ‚Bildunterdrückern‘ Outlook 2007 bis 2013 wesentlich höher liegen. Anhand der Veränderungen über die letzten Jahre lässt sich allerdings immerhin konstatieren, dass Outlooks Verbreitung insgesamt stark abgenommen hat, während die Verbreitung von Gmail deutlich gestiegen ist.

Verbreitung im deutschsprachigen Raum

Mehr als eine grobe Orientierung können Sie als deutscher Unternehmer aus diesen sehr US-lastigen Statistiken ohnehin nicht ableiten. Denn mindestens der Bereich der Webmail-Dienste stellt sich in Deutschland aufgrund zahlreicher nationaler Anbieter (z.B. GMX, Web.de, Freenet und Arcor) deutlich anders dar. Litmus führt hier ausschließlich US-Dienste an: Yahoo, Hotmail, Gmail und AOL. Auch Mozillas hierzulande sehr beliebter Desktop-Client Thunderbird rangiert bei Litmus unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.

Da es bisher keine aussagekräftigen Statistiken zur Verbreitung von E-Mail-Clients in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum zu geben scheint, haben wir eine eigene Auswertung vorgenommen. Bei den ausgewerteten E-Mails handelt es sich um Newsletter, die über unsere Newsletter-Software verschickt wurden. Da die Empfänger zumeist Endkunden in Deutschland sind, hat unsere Erhebung eine hohe Aussagekraft für hiesige Marketer. Auch für den restlichen deutschsprachigen Raum sind die Zahlen nicht ohne Bedeutung, da viele unserer Kunden auch nach Österreich und in die Schweiz versenden.

Desktop-Öffnungen
Mobile Öffnungen

Yahoo! kaum vertreten, Thunderbird vor Gmail

Auf den ersten Blick scheinen unsere Ergebnisse denen von Litmus zu gleichen: Apples iPhone verweist Outlook auf den zweiten Platz, das iPad ist mit einem ähnlichen Anteil vertreten wie Googles Android. Aber es gibt einige interessante Unterschiede: Auffällig ist, dass Yahoo! im deutschsprachigen Raum – anders als in den USA – offenbar kaum eine Rolle spielt. Während Litmus betont, dass fast die Hälfte aller Webmail-Öffnungen über Yahoo! erfolgten, schaffte es der Dienst nicht einmal in unsere Gesamtauswertung. Thunderbird ist dabei unter den Desktop-Clients mit einem Anteil von knapp 4% vertreten. Bei den Mobile-Clients ist auch in Deutschland eine klare Dominanz des iPhone erkennbar.

Dass wir in einigen der Fälle den Client gar nicht bestimmen konnten, liegt – wie bereits beschrieben – an der standardmäßigen Bildunterdrückung vieler Clients. Hier dürften sich also einige Prozentpunkte für Thunderbird, Android und Outlook verstecken. Im großen Bereich der “Sonstigen” und “Webmailer” tummeln sich die vielen deutschsprachigen Webmail-Dienste, die wir leider nicht einzeln erfassen konnten. Allerdings wird damit deutlich, dass der Webmail-Bereich nach wie vor eine wichtige Größe ist.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>