Kostenlos testen Login
Home » Blog » Der Guide für internationales E-Mail-Recht [Infografik]

Der Guide für internationales E-Mail-Recht [Infografik]

24. August 2016

Weil Spam ein immer schwerwiegenderes Problem wird, haben Regierungen auf der ganzen Welt Vorschriften durchgesetzt, um ihre Bürger vor unerwünschten E-Mails zu schützen. Während E-Mail-Marketer über lokale Gesetze meist gut Bescheid wissen, sieht es bei internationalen Anforderungen oft ganz anders aus – dabei kann die Missachtung internationalen E-Mail-Rechts nicht nur die Versand-Reputation gefährden, sondern auch teuer werden!

Nehmen wir das kanadische Anti-Spam-Gesetz (CASL) als Beispiel: CASL gilt nicht nur für Absender innerhalb Kanadas, sondern für alle Unternehmen, die an kanadische Empfänger versenden. Haben Sie möglicherweise kanadische Abonnenten? In diesem Fall müssen Sie sich an CASL halten – auch wenn Ihr Unternehmen nicht dort sitzt. Andere Länder führen ähnliche Vorschriften.

Unterm Strich bedeutet das: Wenn Sie E-Mails über Ländergrenzen hinweg senden, müssen Sie sich an internationale Vorschriften halten. Die Vielfalt an Regeln macht die Sache allerdings kompliziert. Methoden, die in einem Land vollkommen rechtmäßig sind, können woanders absolut tabu sein und zu saftigen Strafen führen.

Wir haben uns mit Litmus zusammengetan und diese Übersicht zusammengestellt, damit Sie sich im Dschungel der internationalen E-Mail-Anforderungen besser zurechtfinden. Lesen Sie jetzt die spannende Infografik über E-Mail-Recht oder die Transkription direkt darunter!

Was Sie beim internationalen E-Mail Marketing beachten müssen

guide-fuer-internationales-e-mail-recht

Infografik teilen: Einbettungscode 700px Breite

<a href="https://www.newsletter2go.de/blog/guide-internationales-e-mail-recht/" target="_blank"> 
<img src="https://www.newsletter2go.de/wp-content/uploads/sites/2/2016/08/guide-fuer-internationales-e-mail-recht.png" alt="Internationales E-Mail-Recht" width="700" border="0"> </a>
		

Welche Gesetze gelten?

Der erste Schritt zur Rechtssicherheit im internationalen E-Mail Marketing:

Finden Sie heraus, wo Ihre Empfänger leben und welche Vorschriften in diesen Ländern gelten. Regionale Verbände sind eine großartige Ressource, um mehr über lokale Anforderungen zu lernen.

  • Kanada: CASL
  • USA: CAN-SPAM Act
  • Spanien: Spanisches Gesetz zu Dienstleistungen in den Sparten Informationsgesellschaft und E-Commerce
  • Niederlande: Niederländisches Kommunikationsgesetz
  • Italien: Italienisches Datenschutzgesetz
  • UK: Datenschutzgesetz
  • Frankreich: Artikel L. 43-5 Kodex der postalischen und elektronischen Kommunikation
  • EU: Direktive über die Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation*
  • Deutschland: BDSG, TMG, UWG
  • Australien: Spam-Gesetz von 2003

*Ab Mai 2018 tritt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), das neue Datenschutzgesetz der Europäischen Union, in Kraft.

Wem darf man E-Mails senden?

Ein entscheidendes Ziel von E-Mail-Gesetzen ist es, Empfänger vor E-Mails zu schützen, die sie nicht erhalten möchten. Um unerwünschte E-Mails zu vermeiden, verlangen viele Gesetze, dass Marketer sich vor der werblichen Kommunikation die Einwilligung des Inhabers der E-Mail-Adresse einholen. Das wird meist über die Einholung eines Opt-In zum Erhalt von Nachrichten umgesetzt. Eine Ausnahme davon stellt das CAN-SPAM-Gesetz in den USA dar. Es besagt, dass man vor dem Versand einer E-Mail keine Einwilligung benötigt, solange man jederzeit eine Abmeldemöglichkeit bereitstellt.

Einwilligung benötigt: Deutschland, UK, Australien, Niederlande, Frankreich, Spanien

Keine Einwilligung benötigt: USA

Sind vorangekreuzte Checkboxen erlaubt?

Während manche Rechtsprechungen vorangekreuzte Checkboxen oder eine andere Form der passiven Einwilligung (z.B. während eines Checkout-Prozesses) akzeptieren, sind andere strenger und fordern eine aktive Einwilligung. Länder, die vorangekreuzte Checkboxen nicht erlauben, sind unter anderem:

  • Deutschland
  • Kanada
  • Australien
  • Niederlande
  • Frankreich

Was, wenn die Empfänger keine E-Mails mehr erhalten möchten?

Bei dieser Frage sind sich die internationalen Gesetze einig: Sie müssen Ihren Empfängern die Möglichkeit geben, sich jederzeit von Ihrem Verteiler abzumelden. Obwohl es verschiedene Abmeldemethoden gibt – zum Beispiel über ein Call-Center oder eine E-Mail-Antwort – ist ein Abmeldelink in jeder E-Mail Pflicht.

Der Abmeldeprozess

Jedes Land hat eigene Richtlinien für den Abmeldeprozess. Diese Tipps sollten Sie aber in jedem Fall im Kopf behalten:

  • keine Gebühren erheben
  • keine weiteren Informationen neben der E-Mail-Adresse verlangen
  • Abonnenten nicht zum Einloggen auffordern
  • Abonnenten nicht zum Besuch von mehr als einer Seite zwingen

Eine Abmeldemöglichkeit bereitzustellen, ist überall Pflicht. Der einzige Unterschied liegt darin, wie lange Sie sich für die Umsetzung des Abmeldewunsches Zeit lassen dürfen. Wenn Sie zu lange brauchen oder die Abmeldung gar nicht umsetzen, riskieren Sie eine Strafe. Idealerweise nutzen Sie eine Newsletter Software mit automatischem Abmeldemanagement.

Wie viel Zeit darf der Abmeldeprozess in Anspruch nehmen?

Deutschland, Frankreich, Italien: „Angemessen” (Lokale Gesetze machen keine genaue Aussage darüber, wie lange die Verarbeitung von Abmeldungen höchstens dauern darf. Entscheidungen werden von Fall zu Fall getroffen.)

Australien: 5 Tage

USA, Spanien, Kanada: 10 Tage

UK: 28 Tage

Niederlande: 30 Tage

Gesetzgeber geben Ihnen bis zu 30 Tage zur Verarbeitung einer Abmeldung, Empfänger nicht.

Mit jeder E-Mail, die Sie einem Empfänger schicken, der sich bereits abmelden wollte, steigt das Risiko für Spam-Beschwerden. Die Empfänger wissen, dass Unternehmen Abmeldungen in den meisten Fällen sofort umsetzen können. Landen auch nach Übermittlung des Abmeldewunsches weiter Nachrichten im Postfach, können Empfänger vermuten, dass Ihr Abmeldeprozess kaputt ist – der „Spam melden“-Button wird dann vielleicht als letzter Ausweg gesehen.

Welche Informationen müssen in jeder E-Mail enthalten sein?

Internationales E-Mail-Recht reguliert nicht nur, wem Sie E-Mails senden dürfen und wie sich Empfänger vom Verteiler abmelden können, sondern auch, welche Informationen in jeder werblichen E-Mail enthalten sein müssen.

E-Mails müssen enthalten:

  • Abmeldemöglichkeit (USA, Kanada, UK, Australien, Deutschland, Niederlande, Frankreich, Spanien, Italien)
  • Eindeutige Identifikation des Absenders (USA, Kanada, UK, Australien, Deutschland, Niederlande, Frankreich, Spanien, Italien)
  • Postalische Adresse (USA, UK, Deutschland, Niederlande, Frankreich, Spanien, Italien)
  • Informationen über Kontaktmöglichkeiten (Kanada, Australien, Deutschland)

Was passiert, wenn Sie sich nicht an die Regeln halten?

Internationales E-Mail-Recht zu verletzen, hat seinen Preis.

In jedem Land können Verstöße gegen Anti-Spam-Gesetze zu ernsthaften Strafen führen. Die Bußgelder für die Nicht-Einhaltung der Gesetze können anhand verschiedener Faktoren variieren, darunter die Art des Verstoßes, ob es sich um ein wiederholtes Vergehen handelt und weitere.

  • USA – bis zu 16.000 USD pro E-Mail
    Kanada – bis zu 10 Millionen CAD
    Australien – bis zu 1,7 Millionen AUD
    UK – bis zu 500.000 GBP
    Deutschland – bis zu 4.000€ pro E-Mail
    Niederlande – bis zu 450.000€
    Frankreich – bis zu 750€ pro E-Mail
    Spanien – bis zu 600.000€ pro Verstoß
    Italien – bis zu 3 Jahre Haftstrafe

Compu-Finder, ein kanadisches Training-Unternehmen, bekam 2015 ein Bußgeld in Höhe von 1,1 Millionen CAD aufgebrummt. Nach Aussage der Behörden hatte Compu-Finder E-Mails ohne Einwilligung sowie ohne funktionierenden Abmeldemechanismus versendet.

Checkliste

E-Mails zu erstellen, die den internationalen Vorgaben entsprechen, kann schwierig sein. Dieser Checkliste zu folgen ist ein guter Start, mit dem Sie beim internationalen E-Mail Marketing auf einem guten Weg sind:

  • Senden Sie E-Mails nur an Personen, die dem Empfang Ihrer Nachrichten zugestimmt haben. Dokumentieren Sie diese Einwilligungen.
  • Fügen Sie einen funktionierenden Abmeldelink in Ihre E-Mails ein. Machen Sie die Abmeldung leicht und setzen Sie Abmeldeanfragen so schnell wie möglich um.
  • Gehen Sie sicher, dass Ihre Empfänger Sie einfach als Absender identifizieren können. Nennen Sie den Unternehmensnamen im Mailing und wählen Sie einen eindeutigen Absendernamen.
  • Ermöglichen Sie Empfängern, leicht mit Ihnen in Kontakt zu treten. Jede E-Mail sollte eine gültige postalische Adresse und Kontakt-E-Mail-Adresse enthalten. Achten Sie auch darauf, dass die Antwortadresse funktioniert.
  • Seien Sie ehrlich. Verbergen Sie nicht den kommerziellen Charakter Ihrer E-Mail und nutzen Sie niemals falsche oder irreführende Betreffzeilen oder Inhalte.

Quellen & weiterführende Links

Lokale Verbände

USA: DMA – thedma.org
Kanada: DMAC – directmac.org
Australien: ADMA – adma.com.au
Großbritannien: DMA – DMA.org.uk
Deutschland: DDV – ddv.de
Niederlande: DDMA – ddma.nl
Italien: AIDIM – aidim.org
Spanien: Adigital – adigital.org

Andere Ressourcen

https://emailexperience.org/email-resources/eec-global-email-marketing-compliance-guide

https://www.ftc.gov/tips-advice/business-center/guidance/can-spam-act-compliance-guide-business (USA)

http://fightspam.gc.ca/eic/site/030.nsf/eng/home (Kanada)

http://www.acma.gov.au/Industry/Marketers/Anti-Spam (Australien)

http://www.seqlegal.com/blog/10-things-you-should-know-about-email-marketing (UK)

https://ico.org.uk/for-organisations/guide-to-pecr/ (UK)

http://web.bluebirdstrat.com/blog/are-you-in-compliance-eu-spam-and-cookie-directives (EU)

https://certified-senders.eu/wp-content/uploads/2014/03/Marketing-Directive.pdf (Deutschland)

https://www.newsletter2go.com/blog/legal-compliance-international-email-marketing/ (Deutschland, UK, Frankreich)

http://www.ukmarketingmanagement.com/email-marketing/email-legislation/email-legislation-the-netherlands/ (Niederlande)

https://clientsites.linklaters.com/Clients/dataprotected/Pages/index.aspx (Bußgelder)

Disclaimer: Diese Infografik bietet einen groben Überblick über internationales E-Mail-Recht, aber kann und sollte nicht als rechtlicher Rat betrachtet werden. Bitte kontaktieren Sie Ihren Rechtsanwalt für Rat zu E-Mail Marketing-Richtlinien oder spezifischen Rechtsfragen.

3 Kommentare

  1. Hallo, wir haben in unserem Newsletter Blog über die Infografik berichtet. Es kam nun die Frage auf, welche Regeln gelten, wenn der Versand aus den USA erfolgt – die des Versenders oder die des Empfängers? Kann jemand weiterhelfen?
    Viele Grüße

    1. Hallo Frau Grote, unseres Wissens nach gilt immer das Recht des Empfängers.
      Viele Grüße, Friederike Beins

  2. Ich habe schon sehr lange nach einem ausführlichen deutschsprachigen Guide zum Thema “internationales E-Mail-Recht” gesucht. Insbesondere die Infografiken in Zusammenarbeit mit Litmus finde ich sehr gelungen. Ich bin der Meinung, das unabhängig davon, in welchem Land der Empfänger seinen Sitz hat immer mit einem Doppel-Opt-In Verfahren gearbeitet werden sollte und mit jeder Email der Empfänger die Möglichkeit haben muss, sich schnell und einfach aus dem Newsletter austragen zu können. Das ist zum einen gesetzlich sicher der beste Weg uns insbesondere auch im Sinne des Kunden, dessen Zufriedenheit an erster Stelle stehen sollte.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>