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Die (weit ausgeholte) Geschichte der E-Mail

5. Juli 2016

Geschichte der E-Mail

Wie es von der Rohrpost zur E-Mail Automation kam

E-Mails haben in unserem heutigen Alltag einen festen Platz gefunden und sind kaum noch wegzudenken. Mehr als 200 Milliarden E-Mails werden täglich schätzungsweise versendet und empfangen. Aber auch schon vor der E-Mail gab es Wege, um Nachrichten in Textform über Netzwerke zu übermitteln. Viele dieser Mittel sind heute schon vergessen oder erscheinen sehr kurios. Wir haben nachgeforscht, welche Kommunikationsmedien der E-Mail den Weg bereitet haben und unseren heutigen Austausch erst möglich machen.

1850er Jahre: Das Telegramm

Die Telegrafie wirkt heute lange antiquiert, war aber einer der wichtigsten Vorreiter der E-Mail. Am Anfang wurden Nachrichten noch über Drähte übermittelt und per Morsecode eingegeben. Das mag aufwendig erscheinen, war aber zu damaliger Zeit eine wahre Revolution. Als Telegramm konnten Nachrichten innerhalb von Minuten über große Distanzen übermittelt werden, während Briefe oft wochen- oder monatelang unterwegs waren.

Schon in den 1890er Jahren konnte man per Telegramm auch zwischen verschiedenen Kontinenten kommunizieren, denn es gab bereits die ersten Untersee-Kabel. Wenig später war dank kabellosem Funk-Transfer die ganze Welt zum ersten Mal vernetzt. Man konnte also an quasi jeden Ort ein Telegramm senden – Funkverbindung und Telegraf vorausgesetzt.

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1870er Jahre: Die Rohrpost

Der Transport von Nachrichten per Druckluft ist selbst für heutige Verhältnisse beeindruckend. Um Botschaften schnell und direkt übermitteln zu können, wurde im 19. Jahrhundert ein technisches Wunderwerk entwickelt: Die Rohrpost. Das funktionierte so, dass Briefe in kleine Zylinder gesteckt wurden. Diese wurden dann mithilfe von Druckluft mit hoher Geschwindigkeit durch Röhren befördert.

Vor allem innerhalb von Städten ermöglichten Rohrpostsysteme eine sehr schnelle Kommunikation. Wie wichtig sie war, sieht man schon am Ausmaß der früheren Rohrpostnetze: In Berlin hatte das Netz bei seiner größten Ausdehnung zum Beispiel eine Länge von fast 400km. Bis zu 8 Millionen Sendungen wurden jährlich transportiert. Heute lebt die Rohrpost wieder schon auf, denn sie ist unschlagbar, wenn es um den Transport von kleinen Gegenständen oder sehr vertraulichen Informationen geht.

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1930er Jahre: Das Telex-Netz

Mit Telex kommt man der E-Mail schon näher. Das Netz war parallel zum Telefonnetz aufgebaut, nur dass darüber eben Texte übermittelt werden konnten. Jeder Anschluss hatte eine eigene Telex-Nummer. Die Nachrichten wurden über einen Fernschreiber eingegeben, was im Prinzip eine Schreibmaschine mit Netzanschluss war. Über diesen Fernschreiber wurden die Nachrichten auch empfangen. Der große Vorteil gegenüber dem Fax war, dass die Texte direkt eingegeben werden konnten.

Heute dürften die wenigsten noch das Telex-System kennen. In den 1970er Jahren gab es aber immerhin 120.000 Anschlüsse in Deutschland. Sogar im ISDN-Netz wurde noch ein ähnliches System namens Teletex genutzt, das aber schnell vom Internet und der E-Mail eingeholt wurde.

1960er Jahre: Das ARPANET

Es gibt viele Meinungen, wie und wo genau die E-Mail zum ersten Mal aufgetaucht ist. Man kann aber mit relativ großer Sicherheit davon ausgehen, dass sie im ARPANET ihren Ursprung hat. Dieses Netzwerk, der Vorläufer des heutigen World Wide Webs, wurde von einer kleinen Forschungsgruppe am MIT entwickelt und diente anfangs der Kommunikation zwischen einigen Universitäten.

Die erste E-Mail-Adresse mit dem @, wie wir sie heute kennen, dachte sich Ray Tomlinson aus. Dieser versendete wahrscheinlich auch 1971 die erste „richtige“ E-Mail innerhalb eines Computernetzwerks. In Deutschland kam diese Innovation allerdings erst einige Jahre später an. Am 3. August 1984 erhielt Michael Rotert von der Universität Karlsruhe eine E-Mail von einer amerikanischen Kollegin an die E-Mail-Adresse „rotert@germany“ – ohne Top-Level-Domain.

1990er Jahre: Die Webmailer

In den 90ern wurde das Internet für die breite Masse zugänglich. Damit begann auch der kometenhafte Aufstieg der E-Mail als bevorzugtes Kommunikationsmittel, denn nun konnte sich jeder kostenlos ein eigenes E-Mail-Konto einrichten. Gerade in Deutschland sind die Webmailer wie GMX und web.de immer noch beliebt.

Zu dieser Zeit wurde die E-Mail auch als Marketinginstrument immer wichtiger. Vorher war Direktmarketing auf den Postversand und Telefonanrufe beschränkt. Während die E-Mail sich wachsender Beliebtheit erfreute, kamen bereits die ersten Newsletter auf. Für viele Unternehmen boten diese schon damals eine hervorragende Möglichkeit, um regelmäßig mit ihren Kunden in Verbindung zu bleiben.

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2000er Jahre: Die Spam-Welle

Nach dem Aufstieg der E-Mail kam das böse Erwachen, denn die große Beliebtheit hatte auch Schattenseiten. Unseriöse Versender sahen ihre Chance und überfluteten die Postfächer mit Angeboten für blaue Pillen oder Nachrichten über zweifelhafte Erbschaften (erinnern Sie sich an den nigerianischen Prinzen).

Dadurch waren die Versender seriöser E-Mail-Werbung vor große Herausforderungen gestellt. Die Spam-Filter wurden deutlich strenger und nach Spam-Beschwerden fand man sich schnell auf einer Blacklist wieder. Wie sollte man also das Postfach der Empfänger überhaupt noch erreichen? Die E-Mail-Marketer mussten neue Strategien entwickeln, um in den Spam-Massen nicht unterzugehen. Im Endeffekt hat diese Krise dem E-Mail Marketing sogar genutzt. Das Image der E-Mail und ihre Effektivität konnten verbessert werden, weil sich die Versender auf hochwertige E-Mails mit relevanten Inhalten konzentrierten.

Die Gegenwart

Heute hat sich die E-Mail ganz klar etabliert. Im E-Mail Marketing liegt die Herausforderung darin, die Empfänger trotz voller Postfächer und hoher Ansprüche noch zu erreichen. Damit das gelingt, muss man jedem Empfänger eine individuelle, persönliche E-Mail senden. Wenn die Empfänger Inhalte bekommen, die sie interessieren, werden sie sich auch mit den E-Mails engagieren. Das zu erreichen, ist dank Newsletter Software mit automatisierten Kontaktstrecken, Personalisierungsfunktionen und echtzeitigen Inhalten leicht möglich. Was meinen Sie – in welche Richtung wird sich das E-Mail Marketing in Zukunft entwickeln?

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